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Wortgarage - Prosa

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an einer seite entlang gehen und auch an mehreren ist eine und mehrere deiner seiten im wechsel zwischen sonne und schatten ein himmel hält deine seite dazwischen sonne die wärmt schatten der schützt nährst du licht und dunkel zu seiner richtigen zeit gehst du den weg bin ich mir sicher hütet dein auge dein verlässliches auge bleibst du mir hältst du die ferne so nah und so weit wie es dem abstand gebührt lässt du die zeit bleibst du mir gegenseite und gegensatz und bleibst du mir zuneigung und sternenfeuer gegenseitig seitenweise die vielzahl der möglichkeiten berührst du das alltägliche gewissenhaft eine atemstrasse in der nacht eine lichtgirlande im tal und du bleibst unnachgiebig in der freude am leben abseits der bekannten methoden und möglichkeiten entdeckst du neue seiten es bleibt nie genug es steht nie still und wenn ein leuchten über deinen wangenbogen streift weiß ich es aufs neue 


Hermann Josef Schmitz

1 Kommentar 30.6.12 18:54, kommentieren

Wachsam




dieses wissen um dich in mir tragen dieses wertvolle sein diese liebe und all die schönheit der worte aus geflochtenen wolken und einem sich bäumendem grün wirst du nicht bleiben wie du bist will ich nicht bleiben wie ich bin und doch verlässlich in allem was es ausmacht was uns ausmacht will ich dir sein und kommen und gehen und wissen die tage sind unser und doch nur geschenk diese zeit ist eine gabe ein weißes papier das wir füllen können mit worten und farben und belassen in seiner stille wenn nichts mehr gesagt werden muss weil alles in uns getragen ist mitten im brunnen des herzens der uns mit dem klang seiner liebe nährt dieses wissen um dich und um uns hüten wie einen kostbaren schatz streicheln wie einen vergänglichen vogel und die zärtlichen bewegungen die gleich zur erinnerung werden als gefieder halten in einer wachsamen hand



Hermann Josef Schmitz

1 Kommentar 16.6.12 00:11, kommentieren

Kleine Kostprobe



"Es war an so vielen Stellen immer das Gleiche. Menschen misstrauten mehr als sie sich vertrauten, engten Lebensräume ein, stellten Kontrollfragen, waren unsicher, wenn ihnen das Verhalten anderer suspekt vorkam und blieben Gefangene dieser Gedanken. Sie erkannten viel zu wenig die Chancen einer vertrauten Freiheit, die so viel mehr möglich machte. Zu häufig brachten sie Freiheit mit Untreue in Verbindung, zu häufig waren sie groß darin, Risiken zu beschreiben und vergaßen, dass sie selbst dabei etwas von ihrer Lebensqualität einbüßten. Wie schade das war."



Hermann Josef Schmitz


Das ist heute eine winzige Kostprobe aus meinem aktuellen Literaturprojekt, dem Roman "Später Neubeginn". Ich kann noch nicht sagen, wann er fertig sein wird, aber es ist eine ganz andere Schreiberfahrung als bei allem, was ich bisher geschrieben habe. Am spannendsten finde ich, dass sich die Figuren in der Struktur, die zugrunde liegt, entwickeln, Nebenfiguren auftreten und die Handlungen im Schreiben wachsen.

Ich wünsche Euch ein gutes Wochenende mit vielen Kostproben wunderbaren Lebens.




4 Kommentare 8.6.12 07:28, kommentieren

Hungry heart




blauregen ein vorhang aus luft bleischwer kleben träume im nacken leise schleicht die schwarze katze durch taugesichter aufblühendes staunen ein stammbaum wächst neu in die gespeicherten zeitpläne einer klebt augenblicke in alben ein anderer radiert gesprochene worte aus gegensätze wie vergessene gedichte du lehnst am schattengeländer vor dem unbekannten morgen bist du sicher altäre aus gras zeichnen die wegränder gestern trug das flussbett den winter davon jetzt streicht die strömung die schatten glatt die steinernen narben liegen im sonnenlicht hinter den kronen lärmende gesänge unbekannter vögel schräge flügel und die welt von gestern die dir abhanden gekommen ist und deren verlust keine reue ertragen will im wolkensegel finde ich dich du bist auch ohne worte ein hungriges herz mein fenster zur blauen tür



Hermann Josef Schmitz


lueg 01

2 Kommentare 23.5.12 07:18, kommentieren

Bedingungslos




dem farbigen himmel der über den rapsfeldern die jahrestage kommen in greifbare nähe ein lichtfenster in dem sich die zärtlichkeit nährt ein staunen über das entdeckte das unbegreifbar schien jetzt können die pläne hinten anstehen es ist zeit nicht mehr zu entscheiden sondern gewissheit zu haben das der farbige himmel der platz ist an dem du dein schiff anlegen kannst hinaus gehen wirst in das leben eine hand die dich fester hält und eine hand die dich frei macht und dir ab und zu zeigt welche möglichkeiten das leben zur verfügung hält die liebe auf die entfernung mag mancher fragen das ist die falsche frage es gilt nicht zu fragen ob die liebe hält liebe ist etwas unhaltbares sie ist die größte freiheit und unbändig wenn wir sie nicht halten wo kämen wir denn mit angezogenen bremsen hin was wäre mit den gefühlen wenn sie eingespannt in ihr geschirr mit scheuklappen und pausen die angesagt wären du musst sie unbedingt sein lassen ohne bedingungen wächst sie wie eine aufgehende blüte wie ein flügge gewordener vogel der sein nest verlassen hat wächst sie und erfindet sich neu der farbige himmel ist wie eine meeresstrasse nicht fassbar aber ein offenes fenster zu einem weiten horizont dorthin will ich und weiter und ohne fragen zu stellen mich wagen und ohne die liebe zu halten denn sie macht uns frei und verbindet uns damit zu dem was uns im leben genügt ungeschliffene zeit ein weiter horizont eine lichtung auf der sich der tag teilt nächte voll sommerglanz ein arm der dich hält und einer der dir den freien weg mit zärtlichen händen zeigt




Hermann Josef Schmitz


grün 01


1 Kommentar 5.5.12 09:05, kommentieren

Hinsicht




auf etwas hinsehen aufmerksam etwas aufnehmen und in worte umschreiben nie genau würdigen können was das ausmacht die zusammenfügung von steinen farben ein schatten der sich hartnäckig hält dem schwung deiner bewegung folgen und nichts mehr wollen als das du zurück blickst und den blick halten weil er zärtlich ist vergehen und nicht umschauen aufhören dieses vergleichen zwischen gleich und ungleich kann die spur die du hinterlässt in jeder hinsicht nachvollziehbar werden am ehesten bleiben die worte in die luft geworfen ohne konsequenz und verbindlicher als jedes papier das sich mit schwärze bändigen lässt und doch brüchiger und zerreißbarer ist als dieses in die luft geworfene versprechen das sich in zwei leben einfügt das die liebe unsicher lässt wie ein verlässlicher wind im turmgeflecht





Hermann Josef Schmitz

28.3.12 21:36, kommentieren

Weniger




dieses sehnen nach dieser zeit in der weniger mehr geblieben ist auch wenn der lärm ungefiltert zwischen den straßen verklang und danach war es wieder still die gebliebenen verbote haben sich unbemerkt vermehrt die betrachtungen sind vielfältiger und manchmal abgründiger geworden alles beschleunigt sich wenn du nicht acht gibst kommst du unter die nachrichten und verpasst die welt die nicht deine sein muss und die viel zu viele fürsprecher hat die sich verbinden bis sie verschwunden sind in all den verbindungen und wenn du nicht acht gibst verlierst du die zugänge zu den stillen plätzen verlierst du die geschützten worte die nur der mensch deines lebens versteht verlierst du das vordach zum herzen verlierst du das sehnen nach dieser zeit die weniger hat als zuviel und deren plätze so notwendig sind für das wirkliche begehren deiner liebe



Hermann Josef Schmitz



Ich und wir wünschen ein uneingeschränkt entspanntes und blühendes Wochenende ...


1 Kommentar 16.3.12 07:08, kommentieren