dem farbigen himmel der über den rapsfeldern die jahrestage kommen in greifbare nähe ein lichtfenster in dem sich die zärtlichkeit nährt ein staunen über das entdeckte das unbegreifbar schien jetzt können die pläne hinten anstehen es ist zeit nicht mehr zu entscheiden sondern gewissheit zu haben das der farbige himmel der platz ist an dem du dein schiff anlegen kannst hinaus gehen wirst in das leben eine hand die dich fester hält und eine hand die dich frei macht und dir ab und zu zeigt welche möglichkeiten das leben zur verfügung hält die liebe auf die entfernung mag mancher fragen das ist die falsche frage es gilt nicht zu fragen ob die liebe hält liebe ist etwas unhaltbares sie ist die größte freiheit und unbändig wenn wir sie nicht halten wo kämen wir denn mit angezogenen bremsen hin was wäre mit den gefühlen wenn sie eingespannt in ihr geschirr mit scheuklappen und pausen die angesagt wären du musst sie unbedingt sein lassen ohne bedingungen wächst sie wie eine aufgehende blüte wie ein flügge gewordener vogel der sein nest verlassen hat wächst sie und erfindet sich neu der farbige himmel ist wie eine meeresstrasse nicht fassbar aber ein offenes fenster zu einem weiten horizont dorthin will ich und weiter und ohne fragen zu stellen mich wagen und ohne die liebe zu halten denn sie macht uns frei und verbindet uns damit zu dem was uns im leben genügt ungeschliffene zeit ein weiter horizont eine lichtung auf der sich der tag teilt nächte voll sommerglanz ein arm der dich hält und einer der dir den freien weg mit zärtlichen händen zeigt
Hermann Josef Schmitz
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auf etwas hinsehen aufmerksam etwas aufnehmen und in worte umschreiben nie genau würdigen können was das ausmacht die zusammenfügung von steinen farben ein schatten der sich hartnäckig hält dem schwung deiner bewegung folgen und nichts mehr wollen als das du zurück blickst und den blick halten weil er zärtlich ist vergehen und nicht umschauen aufhören dieses vergleichen zwischen gleich und ungleich kann die spur die du hinterlässt in jeder hinsicht nachvollziehbar werden am ehesten bleiben die worte in die luft geworfen ohne konsequenz und verbindlicher als jedes papier das sich mit schwärze bändigen lässt und doch brüchiger und zerreißbarer ist als dieses in die luft geworfene versprechen das sich in zwei leben einfügt das die liebe unsicher lässt wie ein verlässlicher wind im turmgeflecht
Hermann Josef Schmitz
dieses sehnen nach dieser zeit in der weniger mehr geblieben ist auch wenn der lärm ungefiltert zwischen den straßen verklang und danach war es wieder still die gebliebenen verbote haben sich unbemerkt vermehrt die betrachtungen sind vielfältiger und manchmal abgründiger geworden alles beschleunigt sich wenn du nicht acht gibst kommst du unter die nachrichten und verpasst die welt die nicht deine sein muss und die viel zu viele fürsprecher hat die sich verbinden bis sie verschwunden sind in all den verbindungen und wenn du nicht acht gibst verlierst du die zugänge zu den stillen plätzen verlierst du die geschützten worte die nur der mensch deines lebens versteht verlierst du das vordach zum herzen verlierst du das sehnen nach dieser zeit die weniger hat als zuviel und deren plätze so notwendig sind für das wirkliche begehren deiner liebe
Hermann Josef Schmitz
Ich und wir wünschen ein uneingeschränkt entspanntes und blühendes Wochenende ...
am ende fügt sich alles zusammen wenn du ihm raum gibst das aufgehende und vergehende die begegnungen mit menschen bäumen straßen und fenstern und in der weite etwas das sich verändert hat unmerklich nur aber eine spur einer anderen farbe du kannst töne sammeln und verse und blau gelb und rot vermischen nicht die schritte zählen sondern alles was sich gesammelt hat zusammenfügen ihm einen wert geben das geschehene als geschenk sehen manches wiederfinden was du entschieden hast und anderes was sich unverhofft einfügte ein schatten ein unerwarteter zugang eine blume die vor der zeit blühte und darüber hinaus einen satz in deinen gedanken finden der sich nicht wiederholt und auch dem einen raum lassen was dich sorgt und ängstigt und traurig macht und am ende alles zusammenfügen weil es geschehen ist und hinlegen an die tür zu dem herzen das deine liebe in sich trägt kannst du es geschehen lassen am ende des tages jeden tages
Hermann Josef Schmitz
fremde breitengrade ein gewächs aus stille wässert die wahrheit man stiehlt sich aus den worten sandgefieder ein wind der dich zum schweigen bringt eine übereinkunft zwischen haut und haut es braucht keine verpflichtungen mehr um zu genügen worte abzustreifen die erst in gedanken die leisen ausschläge verschwinden zu lassen es braucht nur zu sein
Hermann Josef Schmitz
I
die allee der zerbrochenen laternen zwischen den vergessenen häusern wo ist der kleine prinz geblieben die straßen schlängeln sich als schmale bänder durch die wortlosen gebirge am kirchplatz schlägt die glocke zur halben stunde ein leiser landstrich man fügt sich in die mageren farben ein gewöhnt sich findet fenster und türen und vergißt die geschwindigkeit aus der man gekommen ist
II
eine kathedrale mit bildern cesar manriqué dann lange nichts ein vermächtnis kurz vor dem ende der zeit und diese wut in den farben über die der wind treibt sandblätter die zerfledderten federn die ungehörte klage einer möwe vergeblich dieses suchen nach einer linie die den ton hält einzig der wind der weg zum ufer ein umgeblättertes buch
III
die eingesperrten steine vom land kommende luftzüge treiben die wellen gegen die richtung dieses einverständnis zwischen himmel wind und meer und zwischen den händen vergeht der tag ein genuß ohne widerspruch dieses vergehen die erinnerung großes geschenk
IV
glaube liebe hoffnung steingezeichneter gedanke zwischen den überdachten plänen bleibt die unbändige freude die freiheit der liebe unabhängigkeit nichts verankert im licht nichts ist sicher aber mit dir alles gewiss
das wachstum der sommerstraßen bleibt ungefähr zwischen den jahren eine schneise aus bestimmung und unordnung zwischen den tagen kräftigt sich die stille in der weite ungehinderter wälder dann schreibt man sein leben in einen neuen tag scheint unsterblich zu werden im steilflug begeht einer landflucht die nester dort in der alten heimat sind kalt geworden zu stolz sind die brüder geblieben sie haben die kassen gestürzt gestützt die defizite verschleiert aber heimlich machen sie fette beute und die unglücklichen könige bleiben zurück vor den türen stehen leere kleider ohne glockengeläut kaufhäuser laufbänder seelenbetriebe was würdest du tun wenn du keine angst hättest und doch traust du dich nicht sie bellt dich an die angst sie sitzt bedrohlich in ihrer hütte zu lange hast du sie gefüttert dich in sie gezwängt und vergessen wie wenig berechtigung sie hat das wachstum der märkte ist bedrohlich es scheint nicht zu enden auch wenn parallel die zweifel wachsen schließe die türen kaufe wundertüten und archiviere die guten gedanken nicht zu weit weg
Hermann Josef Schmitz