Wortgarage

Wortgarage - Prosa

The winner takes it all



das schnelle ende des blauen wunders oder mit kleineren kursverlusten die jugend zurückholen wollen und als versuch enden die doppelreihen des lebens lassen sich nicht beliebig erweitern schützenkönige und froschköniginnen unter falschem namen manche flaggen und fahnen bleiben schleierhaft man nimmt das gewissen in schweigepflicht the winner takes it all wenn der tag wieder ruft noch im dunklen tuch mit dem morgenstern am revers und sich breit macht freundliche dilettanten die ihre wirkung verfehlen weil sie keine wirkung erzielen wollten am ende kentert man wieder in der zweiten reihe und das ende ist schnell kein schiff in sicht nicht mal das leergut des vergangenen tages das sich einlösen ließe als kleine wiedergutmachung und dann bleibt nicht anderes als von vorne zu beginnen sterne zu säen worte auszuwählen augenblicke festzuhalten wie eine umarmung aus licht wieder von vorne zu beginnen


Hermann Josef Schmitz


9.12.12 00:12, kommentieren

Vergebens



stille post in den papierhäusern arbeiten die lichtmaschinen vom himmel gefallene sterne versprechen begnadete wortspieler lavieren sich durch die landkarten ohne wachablösungen geht man durch die städte aus eisen gläsern die lichtungen auch nachts leuchten die schreienden proklamationen durchgebrannte sicherungen sucht man vergebens einen der stop sagt morgens wenn einen die welt wieder mit frisierten zahlen empfängt und man dem unglück entkommen möchte das leben ein holpriges spielfeld ohne anleitung kippen die vorhersehungen dann zieht man den rostigen gürtel enger destilliert die stille aus den randgebieten schreibt ungewöhnliche liebeserklärungen  


Hermann Josef Schmitz

29.11.12 08:26, kommentieren

Oktober



andererseits sich weit hinaus wagen weiter als man ahnen konnte herausfallen aus den tarifzonen in der zweiten hälfte des tages wieder staunen ohne beweise darlegen zu müssen und aus dem weitgewordenen fluss blätter davonschwimmen sehen und in den vergehenden parks noch mal dem leuchtenden spiegelbild begegnen dessen verzerrung heute pure schönheit diese feinen gerippe unter veredelter lackierung schwanken ein letztes mal über den blaugoldenen fluss hinter den langen schatten kommender zeiten warten aber noch einmal ist der tag so besonders wie eine blindprägung freuen wir uns denn unsere liebe soll immer ein wagnis sein dürfen und mut ein nachwachsender stoff


Hermann Josef Schmitz










 



 



 



 



Sylvia
, Du hattest Recht, es kam ein leuchtender Tag. Und so soll es am Wochenende sein und bleiben, leuchtend, bunt, liebevoll ...



12.10.12 00:24, kommentieren

Galerie des Septembers



in der galerie von geschlossenen tagen und angebrochenen stunden schwarze sonnenblumenschirme brüchige blattflügel ein aufkommendes licht am späten fenster herzparaden der fluss entzweit die eigene stille reisst schrunden über die glättung des sommers aus der ferne grüsst jemand herrn blau hinter dem haus fallen flaggen in sich zusammen die zärtlichkeit der ungeblühten blumen ihr vergehen der stundenlang erstarrte schmetterling ein unbeschriebener blauer fleck zwischen den grauglaswolken und sonst nichts was bedenklich wäre die liebe eine rechenaufgabe wäre die welt immer ein dilemma aus bilanzen und ernüchterungen und falschen gewinnen so aber bleibt der lichtflur zwischen den blatthaltern und der kalt polierte mond in der nacht kann nichts anhaben wir hüten uns vor dem schlaf und halten die nacht wenn sie vergeht bleibt die liebe ein ungewisses ein unbedingtes eine tiefe wider das regengrün



Hermann Josef Schmitz


Und einige interessante Bilder aus Solothurn, die auf den zweiten Blick entdeckt wurden ...

solothurn 01



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3 Kommentare 4.9.12 07:18, kommentieren

Sieben


weissliniertes blauglas zwischenleitungen zwischen leitungen ein geflecht von ankünften und abflügen dem tag die stirn bieten wollen und bereits am beginn den atem nachholen ein lufttiger wartet auf fette beute in den ungeschützten ecken an der kante zum kanal bricht der vergangene regen ein die ungeschlafene haut ein flatterndes band aus grün der unberührte morgen tauseide ein leises schrittbeben atemzüge der morgen wacht auf seerosen ankern immer noch am gleichen platz du wirst zurückkommen und die tür zum herzhaus ein offenes wunder


Hermann Josef Schmitz




1 Kommentar 23.8.12 08:08, kommentieren

Rosenlaui



entgegen dem stürzenden wasser lichtläufig gehen die atemspeicher schützen und die angst in der hosentasche festhalten im inneren des berges sonnenfallen aufstellen eine wassergereifte steinwand finden auf sich selbst schauen hinaus blicken ein angedeutetes herz  innen eine oase aus leben und die liebe jeden neuen tag wässern wie eine seltene blume einen horizont aufbrechen wann ist man dem himmel näher still an den abgründen werden und nichts in abrede stellen zum ersten mal einen gletscher bonbonfarben das blau die demut kennt keine farbe das leise kleine stille braucht hier einen raum der grösser ist als an anderen tagen kein bekenntnis dazu nur in sich diesen augenblick halten und darauf trauen das er hält am fuss der berge ein blauer käfer ein altes hotel mit mintfarbenen läden wie unberührt menschen neu kennen lernen aneinander freuen unbedenklich sein und nur zwei dinge im gepäck wenn du nach unten gehst sorge für dich selbst liebe für das glück deines lebens



Hermann Josef Schmitz



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 rosenlaui 08



2 Kommentare 7.8.12 12:22, kommentieren

Danke



das bleibt und geht nicht vorbei was gewesen ist bleibt an wänden aus glück wir gehen aufs neue darauf zu gehen weiter finden bilder gedichte ein klares wasser ein flatterndes segel im spiegel aus blau ein rad dreht sich unaufhörlich und menschen wie chöre des lobes zugeneigt das bleibt wenn wir in den räumen verharren und weiter gehen und uns erinnern und sicher sind die worte bleiben die farben ihr glanz ein sommer an seinem höchsten punkt ein geschnittenes feld und wünsche die bis in den himmel reichen das bleibt und etwas das dem versprechen geschuldet jeden tag wieder neu beginnt wir wollen es immer liebe nennen und wissen es ist viel mehr


Hermann Josef Schmitz




hochzeit 01


Danke an alle, die uns durch diesen wunderbaren Tag begleitet haben. Es ist so berührend, solch liebe Menschen an unserer Seite zu wissen.


29.7.12 09:24, kommentieren