Wortgarage

Sonstiges

Gift



„Ich sag dir, was ich über meinen Vater weiss. Es ist wenig genug. Dann gehst du.“
„Aber …“‘
„Wir zwei sind Gift füreinander, Severin.“
Als er später die Tür hinter sich zuzog, fragte er sich noch immer, was sie gemeint hatte.

 


Urs Augstburger aus "Schattwand"





Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und leise Zeiten. Den Spanienreisenden einen guten Flug und schöne Tage.

Morgen trifft man uns hier:

 

2.11.12 07:24, kommentieren

Sinn



Ich musste eine besondere Beschäftigung finden,
die mich nicht zwingen würde,
mich vom Himmel und den Sternen abzuwenden,
und die es mir erlauben würde,
meinen Sinn des Lebens zu finden.
Ja, genau das suchte ich ...



Marc Chagall


29.10.12 07:20, kommentieren

Ungefähre Landschaft



Etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues, dachte Katharine. Was habe ich mir geborgt, als ich Helge geheiratet habe? Bei Thomas war es eine Perlenkette gewesen, von Veronica. Und blau? Ein kleiner Vogel, aus Glas geblasen, den sie als Kind einmal geschenkt bekommen hatte. Und alt und neu? Thomas hatte das nicht verstanden, hatte es Aberglauben genannt. Der schönste Tag meines Lebens, dachte Katherine.


Peter Stamm aus "Ungefähre Landschaft"






Und für alle Fans heute ab 16:05 Uhr sehenswert: Jede Menge Dokus und Filme über die Beatles.

Habt einen schönen Sonntag.

21.10.12 10:07, kommentieren

Er war anders



Ich begriff, dass ich Glück hatte, diesem Mann begegnet zu sein. Er war anders. Er füllte seine Konturen aus. Auf einem Bild von Michelangelo wäre er eine dieser farbigen, muskulösen Gestalten, die mit grosser Geste etwas bewegen oder festhalten, zurückweisen oder schützen - ich dagegen wäre jemand, der von irgendwoher ins Bild linst, als frage er schüchtern an, ob er eventuell dazustossen dürfe, einer, der eine Kerze hält, damit ein anderer was sieht, oder gar nur ein vager Umriss, eine Skizze, mit Kohle hingeworfen, hier und da ein paar schnelle Schraffuren zur flüchtigen Andeutung von Körperlichkeit, ein Vorschlag, den der Maler sich selbst machte, zur späteren Verwendung, den er jederzeit wieder verwerfen konnte, indem er die Stelle neu grundierte und übermalte. Faller lebte. Ich bewunderte ihn. Ich hätte ihn gern als Vater gehabt.


Thommie Bayer aus "Fallers grosse Liebe"






Diese Regenferien verführen zum Lesen ...

11.10.12 09:25, kommentieren

Ich könnte am Sonntag



Als Murray am Donnerstagabend auf einen Wein in die Bayham Road Nr. 11 kommt, um mit Xavier auf das Ende ihrer Arbeitswoche anzustoßen, fällt ihm sofort auf, wie sauber es in Xaviers Wohnung ist.
"Bist du sicher, dass du n-n-nicht auf einmal eine Frau hast?"
"Bloß eine Putzfrau." Xavier gießt den Rest einer Flasche Cabernet Sauvignon in zwei bauchige Gläser. "Aber eine sehr gute."
"Sieht ganz so aus. Ich trau mich ja gar nicht, was anzufassen."
"Warte erst, bis du sie kennenlernst. Dann traust du dich erst recht nicht mehr."
"Ist sie verrückt?"
"Nein, sie ist bloß ziemlich ... schräg."



Mark Watson aus "Ich könnte am Samstag"





Heute vor 50 Jahren veröffentlichten die Beatles ihre erste Single ... ich wünsche Euch ein schönes liebevolles Wochenende.




5.10.12 09:57, kommentieren

Ausdruck



"Ich habe Blumen gepflückt, wo ich welche fand - habe Muscheln gesammelt, Steine und Holzstückchen, wo es Muscheln, Steine und Holzstücke gab, die mir gefielen ... Als ich die schönen weißen Knochen in der Wüste liegen sah, hob ich sie auf und nahm sie mit nach Hause ...
Ich habe mit diesen Dingen zum Ausdruck bringen wollen, was für mich Weite ist und das Wunder der Welt, in der ich lebe."


Georgia O'Keeffe


Rückseitentext des Buches "Gemälde", das hier als Geschenk für die Herzensdame bereit liegt :-)
Und es lohnt sich, bei Google mal die Bilder von Georgia O'Keeffe anzuschauen, sehr intensiv und schön.


Dech+Georgia-O-Keeffe-Gem%E4lde-Neuauflage-Ausstellung-M%FCnchen-HypoKunsthalle-3-2-bis-13-5-2012


2 Kommentare 19.9.12 07:23, kommentieren

Ostersonntag



"Und? Was würde Friede jetzt tun? Würde sie Linda etwa um einen Platz auf der Couch anflehen? Natürlich nicht. Auf einmal wird dir schmerzhaft klar, warum Friede damals nicht um Hilfe gerufen hat. Sie hätte Linda niemals angerufen, weil sich die beiden immer fremd geblieben waren. Und sie hätte dich nicht angerufen, weil ihr euch immer zu nahe standet. Zwischen dich und Friede hätte kein Problem mehr gepasst.
Nein, Friede würde niemals einen von euch um Hilfe bitten. Sie würde sich in diese Nacht einfach fallen lassen. So, wie sie sich in jedes Dunkel gestürzt hat und zuletzt in das Nichts.
Friede. Einfach weg."




Harriet Köhler




014828332-ostersonntag



Und ein erster Hinweis ... Wertheim, wir kommen.


glasperlensymposium 2012


1 Kommentar 9.9.12 08:50, kommentieren