Wortgarage

Fremdgedichte

Vergnügungen




Der erste Blick aus dem Fenster am Morgen
Das wiedergefundene alte Buch
Begeisterte Gesichter
Schnee, der Wechsel der Jahreszeiten
Der Hund
Die Dialektik
Duschen, Schwimmen
Alte Musik
Bequeme Schuhe
Begreifen
Neue Musik
Schreiben, Pflanzen
Reisen
Singen
Freundlich sein.


Bertolt Brecht

2 Kommentare 14.5.12 19:54, kommentieren

Rückblick




"wir schlugen die rose im wasser auf
von den sommern gewiegt, und den stürmen gezerrt -
und haben mit sonnensüchtigen lidern
die wurzel im seegrund genährt, die keiner sieht --"




Wilhelm Deinert (*29.3.1933 +2.5.2012)



12.5.12 12:39, kommentieren

Mai




Mit Maiglöckchen
Läutet das junge Jahr
Seinen Duft


Der Flieder erwacht
Aus Liebe zur Sonne
Bäume erfinden wieder ihr Laub
Und führen Gespräche


Wolken umarmen die Erde
Mit silbernem Wasser
Da wächst alles besser


Schön ists im Heu zu träumen
Dem Glück der Vögel zu lauschen


Es ist Zeit sich zu freuen
An atmenden Farben
Zu trauen dem blühenden Wunder


Ja es ist Zeit
Sich zu öffnen
Allen ein Freund zu sein
Das Leben zu rühmen



Rose Ausländer



grün 02


8.5.12 07:33, kommentieren

Beflügelnd




Wer eine Freude festzuhalten sucht,
zerstört das beflügelte Leben.
Wer die Freude küsst in ihrem Flug,
lebt im Sonnenaufgang der Ewigkeit.


William Blake



Ein wunderbares, leuchtendes und beflügelndes Wochenende wünsche ich Euch.



1 Kommentar 4.5.12 07:32, kommentieren

Die Königin




Ich habe dich zur Königin ernannt.
Grössere gibt es, grösser als du.
Reinere gibt es, reiner als du.
Schönere gibt es, schöner als du.


Doch du bist die Königin.


Wenn du durch die Strassen gehst,
erkennt dich keiner.
Niemand sieht deine Krone aus Kristall, niemand schaut
den Teppich aus rotem Gold,
den jeder Schritt von dir betritt,
den Teppich, der gar nicht da ist.


Und wenn du erscheinst,
rauschen alle Flüsse
in meinem Körper auf, rütteln
die Glocken am Himmel,
und ein Hymnus erfüllt die Welt.


Nur du und ich,
nur du und ich, meine Liebe,
hören ihn tönen.




Pablo Neruda



1 Kommentar 28.4.12 08:05, kommentieren

Lesen




Der Lesestoff ist grün,
fällt ein durch quadratische Fenster,
bleibt auf dem Fliesenstein
im Vorflur liegen,
weit von den Rhododendren,
erst am Nachmittag.



Ilse Aichinger


16.4.12 07:13, kommentieren

rückkehr




hiesse doch staunen
schnecken suchen im gemäuer
dein haus es steht noch
schiefergrau der berg
und unter deiner haut wächst
ein verspieltes rot




Lisa Elsässer aus "Ob und darin"



elsaesser


Und heute mal wieder neue Musik. Danke Beate für den Tipp .





14.4.12 14:42, kommentieren