Wortgarage

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November





nisthäuser
aus glas brennen


ein wort
tragen


spät leuchten
die gebliebenen blätter





Hermann Josef Schmitz



november 01

 

 

1 Kommentar 1.12.11 06:16, kommentieren

Milonga

 

 

Die Hostie als Monokel
ins Auge geklemmt
Don Esteban
setzt überm Streichholz
ein Segel und


nimmt Kurs auf die Kaschemmen
La Bocas
             Damals
als der Tango
noch atemlos war


ein Vorstadtkellner
in Vierachteltaktschuhen
 

 

Hans-Jürgen Heise









Nicht zu versäumen bei solch einem Titel das Blog von Marianne Rieter .


1 Kommentar 2.12.11 06:23, kommentieren

Advent I




durch die wälder gingst du
die bäume standen hell
und voller heiligkeit
einzig der fallende schnee
räusperte in der stille
durch die wälder gingst du
scheinbar verloren
wind ertönte von der wolkenorgel
sterne zogen auf
sie glänzten heller als sonst
durch die wälder gingst du
hattest alles vergessen
warst in dir angekommen
eingehüllt in den trost
das alles immer wieder beginnen konnte
 


Hermann Josef Schmitz


Und auf einen schönen Adventskalender 2011 mit den Glasperlenfotos meiner Liebsten mag ich hier gerne verweisen - Ihr findet ihn in der Linkliste.

 

3 Kommentare 3.12.11 15:14, kommentieren

Kein Ziel nennen ...




umarme die Luft, geh, ohne Grenzen
winke ihr das letzte Mal zu
und ich setze mich hin
und über mir ein jubelnder und winkender Wind
alle auf! Und ich versuche zu zaubern
Liebeserklärung an den Wind
auf! Ihr Bäume, jetzt werdet ihr mein Weg sein
Gedanke verschone mich
daß ich kein Ziel nennen kann


Vlado Kristl


Ich wünsche einen schönen 2. Advent.

4.12.11 10:08, kommentieren

Unsicher




schwerhängend die
graue masse des himmels
am seidenen faden
du bist nur zaungast
plötzlich ohne das sichere tau
das brüchige geländer
und die sehnsucht
nach dem blauen schatten
von schnee




Hermann Josef Schmitz




5.12.11 07:19, kommentieren

Liebeslied




Du, wie mit tausend Hüllen
Aus dünnem, spröden Glas
Verborgner! Kein Erfüllen,
Von Tränen bin ich naß.
Wo find ich dich, Gestalt!
Im Schweigen träumt der Wald.


Ein Fisch verschlingt den zweiten,
Es kehret keiner um.
Mein Schatten will sich breiten
Zu deinen Füßen stumm,
Verströmend singt mein Blut,
Kühl das Geliebte ruht.


Erinnern und Vergessen,
Nicht mehr als nur ein Tausch,
Die Klagen sind Zypressen,
Umdüstern jeden Rausch.
Du, atme tief mein Lied,
Das zuckend naht und flieht.



Oda Schäfer


1 Kommentar 6.12.11 07:14, kommentieren

Änderung

 


im schatten
der lauten kühltürme
untergegangene glockentöne
kriechen muster aus
der vergangenheit hervor
einer versucht
die kommenden jahre
nahe zu bringen
ob sie uns schmecken werden
ob wir sie mögen können
auch wenn sie ungewiss bleiben
tradiert einer
ein muster aus den
schatten der vergangenheit
schreibt halbzeiten
repliken auf deine einwände
und dann weisst du
mit halbwerten wirst du
nicht mehr zufrieden sein



Hermann Josef Schmitz

 

Und am Wochenende sind wir hier:

 

 

Dezember 2011 002

7.12.11 06:34, kommentieren