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Aufmachen




such den himmel in dir
lege lichtstreifen ins blau
fülle die stillen kammern
mit unerkannten worten
reiße die traumschicht
mit einem flügelschlag auf
baue dem morgen einen festen boden




Hermann Josef Schmitz


Kommentargedicht zu "frag mich nicht" von Isabella Kramer


1 Kommentar 1.8.11 07:07, kommentieren

Wichtig




"Wenn einer eine Blume liebt, die es nur ein einziges Mal gibt auf allen Millionen und Millionen Sternen, dann genügt es ihm völlig, daß er zu ihnen hinauf schaut, um glücklich zu sein. Er sagt sich: Meine Blume ist da oben, irgendwo ... Wenn aber das Schaf die Blume frißt, so ist es für ihn, als wären plötzlich alle Sterne ausgelöscht! Und das soll nicht wichtig sein?"


Aus "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry


1 Kommentar 2.8.11 07:20, kommentieren

Neunundsiebzig




über diesen besonderen tag
gingst du hinweg
er war für dich nicht besonders
auch wenn wir ihn besonders machen wollten
oft hast du gerade an diesem tag gehadert
mit deiner ganzen vergangenheit
warst unglücklich über das geschehene
die alten verletzungen rissen dann auf
und du warst froh
wenn der tag vorbei war
einmal hast du dich
über mein geschenk gefreut
einmal war dieser besondere tag
für uns beide besonders
er wiederholte sich nicht mehr
es blieb der letzte


                                                                       für P.






Hermann Josef Schmitz



Und heute passende Musik in Anlehnung an den schönen Abend gestern.





3 Kommentare 3.8.11 07:22, kommentieren

Alle Landschaften haben




Alle Landschaften haben
Sich mit Blau erfüllt.
Alle Büsche und Bäume des Stromes,
Der weit in den Norden schwillt.


Leichte Geschwader, Wolken,
Weiße Segel dicht,
Die Gestade des Himmels dahinter
Zergehen in Wind und Licht.


Wenn die Abende sinken
Und wir schlafen ein,
Gehen die Träume, die schönen,
Mit leichten Füßen herein.


Zymbeln lassen sie klingen
In den Händen licht.
Manche flüstern und halten
Kerzen vor ihr Gesicht.



Georg Heym

4.8.11 07:26, kommentieren

Erklärung




zwischen zwei windflaggen
schreibst du ein lächeln
in mein augenbuch
legst die hände auf dein herz
und gestehst mir aufs neue deine liebe


                                                         für Annemarie


Hermann Josef Schmitz

2 Kommentare 5.8.11 06:54, kommentieren

Ohne Titel




Stille weht in das Haus,
Fühlst du den Atem des Mondes,
Löse dein Haar,
Lege dein Haupt in den Blauschein hinaus.
Hörst du, das Meer unten am Strand
Wirft dir Schätze ans Land;
Sonst wuchsen im Mond Wünsche, ein Heer,
Seit ich dein Auge gesehn, ist die Mondnacht wunschleer.


Max Dauthendey



1 Kommentar 6.8.11 06:55, kommentieren

Vorbei




flüchtig die schattenschrift
aufgebrochener vogelschwärme
über dem sommerhimmel
in blau verwischt der duft
der verwunderten worte vorbei

 


Hermann Josef Schmitz


1 Kommentar 7.8.11 09:12, kommentieren