Wortgarage

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Fassungslos




haltung bewahren
auch wenn die markierungen
überfahren wurden
wie soll das gehen
wenn du schiffbruch erlitten hast
sie nageln durchhalteparolen
auf die zertrümmerten planken
wie soll das gehen
im schlepptau der ungewissheit
unterdrücken die männer die angst
stehen die zeiten auf furcht
wie soll das gehen
haltung zu bewahren
wenn es besser wäre
die fassung zu verlieren




Hermann Josef Schmitz





1.4.11 07:09, kommentieren

Aufbrechen




"So wie ich es damals war, der sie von Dir wegführte, so ist es nun sie, die mich von Dir trennt. Ja, Schepp, morgen trennen sich unsere Wege. Was wären wir Menschen, wenn wir nicht die Freiheit hätten, aufzubrechen, wann immer wir wollen, wohin immer, gegen jede Vernunft. Zumindest habe ich eine Spur, zumindest kann ich sagen, daß ich dorthin fahren werde, wo ich vielleicht eigentlich herkomme. Oder hingehöre. Weißt Du, die schweren Seelen sinken schneller, und ich will wieder leichter werden, wenigstens so leicht wie einst, als wir uns kennenlernten. Wenn tatsächlich alles, was uns widerfährt, nur ein Echo dessen ist, was in uns vorgebildet ist, wird mich diese Spur am Ende dorthin führen, wo ich mein Innerstes entdecken kann, mein Tiefstes, Verstecktestes, all das, was ich mir in den vergangenen Jahren verboten habe."



Matthias Politycki in "jenseitsnovelle"


Eigenwillig, merkwürdig, nicht immer fassbar ... und man will es zu Ende lesen. Danke, liebe Beate für das Buch.




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Und heute rocken wir den Frühling mit Joe Bonamassa. Danke, lieber Ralf für die CD "Black rock".


2.4.11 07:49, kommentieren

Augenblick




ich schaute
die frische blüte an
und vergaß
für einen augenblick
alles




Hermann Josef Schmitz


april 05



Wenn auch spät, aber sehenswert um 23:35 Uhr im SWR-Fernsehen:



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3 Kommentare 3.4.11 08:39, kommentieren

Groß




Aus der unendlichen Nacht
des Weltalls
sinkt eine Lichtkrone
in das Herz
einer Blume.


Hans Arp



Seit langem war ich gestern mal wieder im Kino; nordische Filme mag ich sowieso, In einer besseren Welt ist eindrucksvoll gut und sehr sehenswert.



in-einer-besseren-welt



1 Kommentar 4.4.11 07:11, kommentieren

Von Neuem beginnen





I

wenn die stunde schlug schriebst du das leben auf papier die nächte waren zu stellvertretern des tages geworden immer war man präsent auf empfang geschaltet zum äußersten bereit aber was war das äußerste längst flogen die fische nicht mehr durch die nacht die beleuchteten brücken waren lichtschranken geworden erschrocken kehrten sie zurück das herz unruhig lichtbetäubt das auge auf allen kanälen blieb das unruhige leben die träume waren angespannt das papier blieb leer sein weiß war nicht mehr unschuldig schon lange nicht mehr



II


müde warst du geworden wie zwei minusmagnete zogen erwartung und leben aneinander vorbei auch wenn sie dir die erleichterung in geschenkpapier verpackt hatten blieben diese unruhigen nachbarn sie suchten die vertriebene zeit verabschiedeten sich nur mühsam vom schmerz er hatte sich eingewöhnt seine grenzen zum guten waren fließend geworden


III


in den gärten wächst der tag endlich zusammen silbertau liegt auf dem müden grasgeflecht du hast die krisenpläne verbrannt und die verunsicherungen seit langem belächelt jetzt soll es werden die wolken sollen wieder schmecken das weiße haus am berg wieder erreichbar werden und die tage von neuem beginnen





Hermann Josef Schmitz



april 02

 

 

5.4.11 07:08, kommentieren

bob dylan, bar le monde, paris en automne passé


mit dem bunten regenschirm
in der luft lässt es sich leichter lächeln
wenn die welt in paris im september
unter den füssen verschwimmt
bob dylan nachts in der bar le monde
die herzkante trifft you ain't going' nowhere &
zwei paare in der hintersten ecke ihre wünsche
taktlos ins verrauchte dunkel
vertanzen.


Katja Eggenberger



Sehenswert heute um 22:25 Uhr auf 3sat: Emmas Glück



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1 Kommentar 6.4.11 07:20, kommentieren

Schwarze Nächte




ich sehne mich nach
schwarzen nächten
ich sehne mich nach nächten
in denen die lichtglocken verstummen
mein auge will verschont sein
bis zum nächsten morgen
will eingeschrieben sein
in tiefe nacht
ich sehne mich nach
schwarzen nächten
die nicht verschmutzt sind
vom licht der leuchtreklamen
in denen das herz der städte sich beruhigt
sehne ich mich
nach dunklem raum
nach dunkler zeit
bis das der morgen naht




Hermann Josef Schmitz


Und noch mal ein sehens-werter Tipp:

Alle anderen um 20:15 Uhr auf Arte





alle_anderen 


7.4.11 07:21, kommentieren