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Schöne Anfänge




nie würdest du die landschaft
den unberührten horizont
die zaghaften feuer
aufschneiden wollen
einzig worte und stimmen suchen
die zahlen verlassen
schlüssel begehren
das jahr neu erfinden
das jahr neu umarmen
nie würdest du alles wissen wollen





Hermann Josef Schmitz




Jetzt ist es da - 2011 !!!
Ich wünsche Euch von Herzen alles Gute, das Eure Pläne aufgehen und Ihr gesund bleibt. Wir begegnen uns und darauf freue ich mich.

 

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5 Kommentare 1.1.11 11:11, kommentieren

cavort




cavort, v.     herumspringen, tollen, V.


"Es ist zu spät, um noch in den Central Park zu gehen", protestierte ich.
"Der Mond scheint", sagtest du.
"Wir sollten das wirklich lassen", drängte ich.
"Keine Sorge", sagtest du und nahmst mich bei der Hand. "Ich beschütze dich."
Ich hatte mich schon immer davor gefürchtet, nachts durch den Park zu gehen, aber da waren wir nun, um zwei Uhr früh mitten auf der grossen Wiese, rundum unendlich viel Platz nur für uns, wir fühlten uns frei genug, um miteinander zumzumachen, auch wenn wir versuchten, dabei möglichst viel anzubehalten. Wir lachten über unsere Verwegenheit, spürten die Erde und das Gras, auf dem wir herumrollten - ich oben, dann du oben, dann ich oben - offene Reissverschlüsse, die Hände überall - Nacht auf der Haut und eine solche Nervosität. Wir spürten, wie Leute sich näherten, kamen wieder zu uns, glitten auf der Erregung dahin, bis die Erregung endete, glitten dann noch etwas weiter, nicht von Nervenkitzel getragen, sondern von schierem Glück.



Aus [das] Wörterbuch der Liebenden {Roman}
von David Levithan




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1 Kommentar 2.1.11 08:43, kommentieren

Welches Ziel





wo kämen wir denn hin
mit all den plänen im gepäck
und hätten das leben vergessen
das vor der tür wartete
das wäre doch alles
was sich gestalten könnte
ohne immerzu pläne zu haben
einzig worte im gepäck
leise stimmen
ein stück papier
und zwischendrin gutes brot
ein lachen zwischen den ohren
und die liebe glänzend
wie die haut
auf dem schwarzen kanal
der niemandem gehörte





Hermann Josef Schmitz





januar 01

3.1.11 09:09, kommentieren

Ziehende Landschaft




Man muss weggehen können
und doch sein wie ein Baum:
als bliebe die Wurzel im Boden;
als zöge die Landschaft und wir ständen fest.
Man muss den Atem anhalten,
bis der Wind nachlässt
und die fremde Luft um uns zu kreisen beginnt,
bis das Spiel von Licht und Schatten,
von Grün und Blau,
die alten Muster zeigt
und wir zuhause sind,
wo es auch sei,
und niedersitzen können und uns anlehnen,
als sei es ein Grab
unserer Mutter.





Hilde Domin




4.1.11 07:07, kommentieren

Hinaus in die Welt




zwischen den schenkeln
der schrankwände
schlummern die worte
in papiernen hosen gewärmt
ihre lust stimme zu bekommen
gehört zu werden
bleibt oft lange verborgen
bis einer kommt
mit der kanne voll licht
raum auf der zunge
sich mit offenen lippen
den worten verschreibt
bis einer kommt
mit lust in der stimme
überfällt sie
und trägt sie hinaus
in die welt





Hermann Josef Schmitz


5.1.11 08:09, kommentieren

Erfüllung

 



januar 02


Es gibt ein erfülltes Leben
trotz unerfüllter Wünsche.




Dietrich Bonhoeffer




januar 03

 

 

6.1.11 07:58, kommentieren

Beharrlich




man darf
nicht nachlassen
mit dem leben
auch wenn
die dämmerung
die zimtfarbenen äste schluckt
auch wenn
sich der schlaf
auf die grünen augen legt
darf man
nicht nachlassen
mit der liebe




Hermann Josef Schmitz





 

3 Kommentare 7.1.11 11:48, kommentieren