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September.Abschluss




herrische raben
verwalten die leeren felder
am morgen verschwindet die ferne
im taugespinst an den wegrändern
haben sie steine geerntet
schwarze sonnenblumen
stehen ausgemergelt
gegen die richtung
wechsle ich die träume

 

 

 

Hermann Josef Schmitz




Den Eindrücken am Morgen wichen die Eindrücke am Nachmittag in 1.284 m Höhe auf dem Weissenstein.

 

 

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 weissenstein 03

 

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Und heute mit ganz besonderen Grüssen an Helga von Steinreich der ich die Daumen drücke, dass sie bald wieder ganz gesund wird. Alles Gute für Dich.

 

 

 

1 Kommentar 1.10.09 07:48, kommentieren

Cello



Getrampt oder mit dem Moped
Oder schwarz mit der Bahn
Immer bin ich dir irgendwie hinterher gefahrn

Nein, damals hab ich kein Konzert von dir versäumt
Und nachts konnte ich nicht schlafen
Oder wenn, dann hab ich von dir geträumt


Du spieltest Cello
In jedem Saal in unsrer Gegend

Ich saß immer in der ersten Reihe
Und ich fand dich so erregend

Cello

Du warst eine Göttin für mich
Und manchmal sahst du mich an
Und ich dachte: "Mann oh Mann"
Und dann war ich wieder völlig fertig


Ja ich war ständig da
Und das hat dich dann überzeugt
Wir wollten immer zusammenbleiben

Und überhaupt das mit dir war so groß
Das kann man gar nicht beschreiben

Und heute wohnst du irgendwo
Und dein Cello steht im Keller
Komm pack das Ding doch noch mal aus
Und spiel so schön wie früher


Du spieltest Cello.....





Udo Lindenberg

 

 

 

 

Geniesst ein schönes Herbstwochenende mit vielen leuchtenden Eindrücken.



Und heute bei Helmut Maier mein neustes Poem als Kommentargedicht.



2 Kommentare 2.10.09 08:58, kommentieren

Oktober



ich lege meine herzschläge
auf die haut deines rückens
und meine hände
flechten ein band aus zärtlichkeit
über die kalten winde
ich lege meine herzschläge
unter die haut deines rückens
und meine müden augen
entzünden herbstlaternen
für die kommende zeit





Hermann Josef Schmitz





gruere 01

 

Etang de la Gruére

 

 

3 Kommentare 3.10.09 06:05, kommentieren

In fremden Gärten


Neben den Glückwunschkarten lag ein zerknitterter Zettel, eine Liste von Dingen, an die zu denken war. Hausschuhe, Kontaktlinsenreiniger, Nachthemd, Lesestoff. Die Nachbarin steckte den Zettel ein, vielleicht um ihn wegzuwerfen, und verliess das Zimmer und das Haus und schloss die Tür hinter sich mit dem Schlüssel.

 

 

Die Nachbarin wusste nicht, weshalb sie den Zettel eingesteckt hatte, weshalb er immer noch in ihrer Schürzentasche steckte. Das Wort Lesestoff hatte sie überrascht und gerührt, sie verstand es selbst nicht, sie war mit Ruth ja nicht einmal verwandt.



Peter Stamm
aus In fremden Gärten (aus der gleichnamigen dort enthaltenen Kurzgeschichte)

 

 

 

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Eindrücke aus Luzern vom 3. Oktober 2009

 

 

 

4.10.09 08:09, kommentieren

Schulterblätter

 

 

vereinzelt spuren von aufkommendem herbst im spiegel des vielarmigen wassers leuchtet blau auf blau fressen sich häuser täglich ins tiefe gestein schichten um schichten vernähen sich gräser aus welligem licht

 

 

die bedienung hat schulterblätter wie anmutige flügel im schein des nachmittagslichtes leuchtet flaum auf den fingern stromgewebe die berghänge wirken aufgeräumt bricht sich am kantigen first die zeit

 

 

später lecken wellen am ufer kastanienfrüchte gemasert schmiegen sich in den innenflächen der hände in ein nest aus worten lege ich mein schweigen verschwinden die touristenschiffe aus dem blick verschwinden aus dem schatten verschwinden ins nichts

 

 

wolken kratzen das licht ab im schwarzen raum wachsen gärten bewegungen aus wörtern zwischen den schulterblättern klopfen herzen und aufgeregte lungen ich finde einen neuen klang zwischen der bedeutung einen klang aus anmut und zuversicht

 



Hermann Josef Schmitz




Gestern kamen wir in den Genuss, in Kriens bei Luzern im Musik Tanz Theater Südpol die Proben zu Gemeinsam einsam unter der Leitung von Nicole Soltermann zu erleben. Bestechend dabei die Schauspielerin und Sprecherin meiner Texte Saraj Sarah Stutz.

 

Und zuvor waren wir in Hergiswil am Vierwaldstätter See.

 

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 hergiswil 04

 

... ein eindrücklicher und leuchtender Sonntag.

 

 

1 Kommentar 5.10.09 10:29, kommentieren

Improvisation




Reisepläne formieren sich. Auf uns
wartet das Schiff mit dem Namen Schiff.
Es schaukelt, solange es Luft gibt.
Nimm die Hände weg von der Tastatur.
Hier ist Landschaft von Anfang an.



aus Handbuch des Fliegens von Brigitte Fuchs

 

sonnenaufgang 01

 

 

1 Kommentar 6.10.09 08:05, kommentieren

Abgelehnt



 

wenn du
ruhm und bedeutung hättest
würden sie alles für dich tun
die stadien wären gefüllt
die ehrenplätze reserviert
du könntest dir aussuchen
wo du lebtest
welches land in deinem pass stände
aber du hast kein talent
und verstehst die sprache nicht
in dem land
das dich nicht will
 


 

Hermann Josef Schmitz


2 Kommentare 7.10.09 06:36, kommentieren