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Schneerosen

 

 

 

wilde schneerosen
erloschen hinter farblosem gras
wucherte lichte zeit

 

 

Hermann Josef Schmitz

 

 

 

januar10

 


2 Kommentare 1.2.09 11:17, kommentieren

Wir sind Helden

 

 

Die Zeit
heilt
alle Wunder.




Wir sind Helden

 

3 Kommentare 2.2.09 06:40, kommentieren

Februarstimmung

 

 

frischer schnee
auf deinem revers
die schrittfolge eines kleinen vogels
an deiner schulter lehne ich
mich in der ferne
deine worte behüte
ich streichle die stille
des winters vergehen
hüllt sich noch
in frischen schnee
darunter blaulebende lust
auf geweitete tage
nähre ich die stimme
des morgens am fluss

 

Hermann Josef Schmitz 

 

1 Kommentar 3.2.09 06:27, kommentieren

Es war einmal ein Schäfer ...

 

Es war einmal ein Schäfer, der in einer einsamen Gegend seine Schafe hütete.
Plötzlich tauchte in einer grossen Staubwolke ein nagelneuer Cherokee Jeep auf und hielt direkt neben ihm. Der Fahrer des Jeeps, ein junger Mann in Brioni Anzug, Cerutti Schuhen, Ray Ban Sonnenbrille und einer YSL Krawatte steigt aus und fragt ihn: "Wenn ich errate, wie viel Schafe Sie haben, bekomme ich dann eins?" Der Schäfer schaut den Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe, und sagt ruhig: „In Ordnung.“
Der junge Mann parkt seinen Jeep, verbindet sein Notebook mit dem Handy, geht im Internet auf eine NASA Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS Satelittennavigationssystems, öffnet eine Datenbank und 60 Excel Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schließlich druckt er einen 150-seitigen Bericht auf seinem Hi-Tech Minidrucker, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt: „Sie haben exakt 1586 Schafe.“ Der Schäfer sagt: „Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus.“ Der junge Mann nimmt ein Schaf und lädt es in den Jeep ein.
Der Schäfer schaut ihm zu und sagt: „Wenn ich ihren Beruf errate, geben Sie mir das Schaf dann zurück?“ Der junge Mann antwortet: „Klar, warum nicht.“
Der Schäfer sagt: „Sie sind ein Unternehmensberater.“ „Das ist richtig, woher wissen Sie das?“ will der junge Mann wissen. „Sehr einfach,“ sagt der Schäfer, „erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand hergerufen hat. Zweitens wollen Sie ein Schaf als Bezahlung haben dafür, dass Sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine Ahnung von dem was ich mache! Und jetzt geben Sie mir meinen Hund wieder!“

 

 

Verfasser unbekannt

 

 

4 Kommentare 4.2.09 06:21, kommentieren

Zahnlos

 

 

vergitterte schneezeiger
wachsen zwischen schatten und licht
die zahnlose zeit
beschnittener stämme
wachen am nackten ufer
der fluss ohne brücken
scheitelt den widerspruch

 

Hermann Josef Schmitz

 

Und heute mal wieder etwas von Klaus Hoffmann, der so schön vom Leben erzählt ...

 

 

1 Kommentar 5.2.09 05:15, kommentieren

Heißluftballon

 

Ein Mann in einem Heißluftballon hat sich verirrt. Er geht tiefer und sichtet eine Frau am Boden. Er sinkt noch weiter ab und ruft: „Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen und ich weiß nicht, wo ich bin.“ Die Frau am Boden antwortet: „Sie sind in einem Heißluftballon ungefähr 10 m Höhe über Grund. Sie befinden sich zwischen 40 und 41º nördlicher Breite und zwischen 59 und 60º westlicher Länge.“ „Sie müssen Ingenieurin sein“ sagt der Ballonfahrer. „Bin ich“ antwortet die Frau, „woher wussten Sie das?“ „Nun“ sagt der Ballonfahrer, „alles, was Sie mir sagten, ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll. Und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert.“ Die Frau antwortet: „Sie müssen im Management tätig sein.“ „Ja“ antwortet der Ballonfahrer, „aber woher wussten Sie das?“ „Nun“ sagt die Frau, „Sie wissen weder, wo Sie sind, noch wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge heißer Luft in Ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können. Und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie in exakt der gleichen Lage sind wie vor unserem Treffen, aber jetzt bin irgendwie ich schuld!“

 

 

Verfasser unbekannt

 

 

2 Kommentare 6.2.09 05:18, kommentieren

Von kommender Zeit

 

ungeschriebene worte fügen sich in die kommende zeit. sie atmet unter den farblosen wolken und ringt mit dem länger andauernden licht. die grenze der tagesenden verschiebt sich unversehens. noch ist das graue land still und rüstet unter der schale zum aufbruch. noch ist das blau unbewohnt und die schösse der wolken sind dunkel. aber die letzten schneerosen bleiben nur kurzfristiger widerspruch aufblühender tage. bald blaut der himmel neu und die wasser leuchten anders und zwischen den weiten werden leise schatten aus neuer sehnsucht ihr geflecht ziehen. 

 

Hermann Josef Schmitz

 

 

 

7.2.09 20:25, kommentieren