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Hinter uns

 

 

Alle Veränderungen,
sogar die Meistersehnten,
haben ihre Melancholie.
Denn das, was wir hinter uns lassen,
ist ein Teil unserer selbst.

 

Jacques Francois Thibault

 

BILD0298

Alles Liebe und einen guten Start in seiner neuen Aufgabe wünsche ich heute meinem Freund Rainer Dietz (von dessen Norwegenreise 2008 übrigens auch dieses wunderbare Foto stammt).

 

 

1.10.08 05:38, kommentieren

Vor dem Herbst

poesie 4

 

wenn du zwischen kommenden und gehenden wellen lagst, verschwand die weite aus deinem blickfeld. dann konntest du mit den fingern über den flackernden horizont streicheln. weite kam und ging. du konntest nicht sehen, wie das licht die farbe des wassers veränderte, zu unmerklich trieb die sonne ins vergehen. leise entleerten sich lichtgläser auf deiner haut. wind entkam dem weit des meeres, glättete die aufgerissenen sterne, rieb sich an steinen, blättern und gräsern und verflüchtigte sich auf den spiegeln deiner haut. am dünenbogen lösten sich die ungeschriebenen worte aus dem stimmengewirr. blau vertiefte sich in blau und verdunkelte in der ferne. spätsommerlicht enthüllte die sehnsucht der kalten tage. du fülltest die herzschalen mit feuersteinen, lichtworten und wolkenfedern … und gingst weiter.

 

Hermann Josef Schmitz

poesie 5

 

poesie 8 

 

 

1 Kommentar 2.10.08 19:08, kommentieren

Oktave

 

 

Oktave. Immer, wenn zwei Menschen sich begegnen, über eine kurze oder lange Zeit, ensteht eine neue Oktave, einen Garten, eine Welt in der Welt und die Sprache.

 

Marianne Büttiker

 

poesie 25

 

 

1 Kommentar 3.10.08 00:01, kommentieren

Versiegelt

poesie 27

 

tautropfen nicht zu vergessen
die sich in der mittagstunde an grasfedern
schmiegen
unmerklich die veränderung
des lichtes
beim flügelschlag eines pfauenauges
entlang dem wispern verzehrter maisblätter
hören
den geruch von gefallenen birnen nicht zu
vergessen
und alles versiegeln
mit einem atemzug
einem wimpernschlag
einer berührung
einem gehauchten wort
und alles versiegeln hinter dem blaugrünen meer

 

Hermann Josef Schmitz aus Du gibst Grün für mein Blau

 

poesie 26

2 Kommentare 4.10.08 08:45, kommentieren

Bäume

poesie 28

 

Bäume sind Gedichte,
die die Erde
in den Himmel schreibt.

Mahatma Gandhi

 

 poesie 29

 

 poesie 30

 

 

5.10.08 00:11, kommentieren

Zwei

 

 

wir gingen am
entzweigten weg

schweigen schmiegte sich
an schweigen

wir blieben im gehen
dem einzigen ziel

 

Hermann Josef Schmitz

 

 

 

poesie 20

 

 

1 Kommentar 6.10.08 06:50, kommentieren

Gefährlich

 

 

Ich will euch nur sagen,
dass es gefährlich ist,
zu lang zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht
.

 

Astrid Lindgren

 

1 Kommentar 7.10.08 07:59, kommentieren