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Den Starken

 

 

 

 

In unserem Leben begegnen uns immer wieder die Menschen, die von Grund auf stark sind. Gemeint sind die, die uns mit grossem Herzen begegnen, uns durch ihre Ideen, ihre Inspiration, ihre Energie und insgesamt durch ihr Sein bereichern. Es sind die, die uns tragen, wenn unser Weg zu schwer geworden ist. Es sind die, die uns Wege zeigen, wenn wir vor Absperrungen stehen und die Zahlenkombinationen verloren haben. Es sind die, deren Gedanken wie wärmende Flügel sind, unter denen sie uns tragen können. Diesen starken Menschen zu begegnen ist immer ein Gewinn.

 

 

Allzu leicht vergessen wir, dass dieses Starksein nicht verständlich ist und das es genährt sein will. Wir nehmen das in Anspruch, was sie uns geben und wir geben viel zu häufig viel zu wenig zurück. Starke Menschen brauchen auch das Gefieder, unter dem sie sich wärmen können. Sie brauchen auch den Morgen, an dem wir sie aus dem Regenschatten erlösen. Sie brauchen anerkennende Worte und schützende Hände, sie brauchen unsere Solidarität, weil sie sonst irgendwann nicht mehr stark sein können. Weil ihre Sonne aufgebraucht ist, der Fluss an der Mauer der Selbstverständlichkeit stockt und ihr Herzschlag aus der Bahn geworfen wird.

 

 

Hermann Josef Schmitz

 

 

 

3 Kommentare 1.5.08 21:23, kommentieren

Leben

 

 

 

Ich vertraue dem Leben. Das Leben ist da, und es trägt mich auch.

 

Ich glaube nicht, dass man gleich ein Egoist ist, wenn man seiner Berufung folgt. Man muss das tun, damit man leben kann.

 

 

Aus einem Interview mit Martina Gedeck 

 

 

1 Kommentar 2.5.08 09:11, kommentieren

Samstagmorgen

 

 

 

die stadt
eine stunde vor der frischen dauerwelle
ist unrasiert
und trägt graue haut
zwischen den schlaflosen stunden
stolpert kein wort über die lippen
aber hinter der tosenden stille
wuchern die ungelebten wünsche
betäubt über die verkommene liebe

 

 

Hermann Josef Schmitz

 

 

 

3.5.08 06:26, kommentieren

Leidenschaftliche Bewegung

 

 

 

Wer an sich erfahren hat, was ein reichhaltiger Gedanke heißen will, er sei nun aus uns selbst entsprungen, oder von andern mitgeteilt und eingeimpft, wird gestehen, was dadurch für eine leidenschaftliche Bewegung in unserm Geiste hervorgebracht werde, wie wir uns begeistert fühlen, indem wir alles dasjenige in Gesamtheit vorausahnen, was in der Folge sich mehr und mehr entwickeln, wozu das Entwickelte weiter führen soll.

 

Johann Wolfgang von Goethe

 

Einer meiner Lieblingssätze von Goethe, sicher etwas schwere Kost für einen sommerhellen Maisonntag, aber lohnend zum Be-denken.

 

 

4.5.08 10:47, kommentieren

Literaturtag in Solothurn

 

 

am stadttor
läuft die zeit hin
unter menschen die sich
nicht kennen
verführen sich zuzuhören
unerkannten worten zu folgen
sätze hallen
in der stille nach
mundräumen entkommen
warmem feuchtem rot
aber eigentlich dem schoss der seele
und die schwerkraft
mancher dieser sätze
berührt das alte gemäuer
deiner vorstellungen
bringt satzlücken in bewegung
tiefblau atmet der fluss
aus den flügeln geschliffener steine
am stadttor
lese ich unvergängliche sätze
in die leichtigkeit des momentes

 

Hermann Josef Schmitz

 

1 Kommentar 5.5.08 07:05, kommentieren

Das Höchste

 

 

 

Finde dich, sei dir selber treu,
lerne dich verstehen,
folge deiner Stimme,
nur so kannst du das Höchste erreichen.

Bettina von Arnim

 

 

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Küste vor Madeira - © Rainer Dietz

 

6.5.08 22:41, kommentieren

Herzrot

 

Eine perlpoetische Komposition

 

 

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© Foto & Perle Annemarie Aeschbacher

 

Heute ist der Blog jemandem gewidmet, der Worte + Glasperlen mag und überhaupt ein ganz lieber Mensch ist - Herzlichen Glückwunsch Heike Dreißigacker zum Geburtstag.

 

2 Kommentare 7.5.08 15:06, kommentieren